Helmut Pfleger zur 34. Ärztemeisterschaft

26. April 2026 Von Re2D2

Prolog

Auf dem Weg zur 34. Deutschen Ärztemeisterschaft vom 10. – 12. April in Bad Homburg erwartete meine Frau und mich die erste Überraschung bereits am Frankfurter Hauptbahnhof. Da war nicht etwa der Hinweis, dass der Schachspieler Johann Wolfgang von Goethe, der Schach öfters hat in sein Werk einfließen lassen, freilich diesem Spiel stets recht ambivalent gegenüberstand, dort gelebt habe oder das bekannte Schachspielerpaar Ingrid Lauterbach, die Präsidentin des Deutschen Schachbunds, und der Großmeister Klaus Bischoff, der mehr Deutsche Meisterschaften im Klassischen, Schnell- und Blitzschach als jeder andere gewonnen hat, dort leben. Nichts dergleichen – vielmehr verkündete dort ein riesiges Werbeschild der Spielbank Bad Homburg: „Bei uns bleibt Ihr Glück nie auf der Strecke.“ Ja sowas, solch eine verheißungsvolle Versprechung! Und ganz schnell verscheuchte ich den Gedanken, dass es vielleicht gar eine Anspielung auf die DB sei. Vielmehr erinnerte mich diese Ankündigung an den OB der Stadt Bad Homburg, Alexander Hetjes, der uns schachspielende Ärzte immer mit launigen Worten so freundlich begrüßt und dann zum üppigen Buffet einlädt. Da mag dann schon einmal der Hinweis fallen, dass die Spielbank seit ein paar Jahren der Stadt gehöre und ein Besuch zur „Refinanzierung“ durchaus willkommen sei. Man muss es ja nicht so weit treiben wie Dostojewski, der zur Refinanzierung seiner Spielschulden noch an Ort und Stelle genötigt war, seinen Roman „Der Spieler“ zu schreiben. Sondern eher wie Bobby Fischer, der in Begleitung vom Schachgroßmeister und Karl May-Verleger Lothar Schmid im Bad Homburger Casino stets nur vorsichtig setzte – so spielte er ja auch Schach.

Wie auch immer, ein nahtloser Übergang vom bedingten Glücksspiel Schach zum absoluten Glücksspiel Roulette war bei den bisherigen Ärzteschachturnieren in Baden-Baden, Wiesbaden, Bad Neuenahr und Bad Homburg immer leicht möglich: In weiser Voraussicht wurden jeweils Kurorte mit einem Casino gewählt.

Empfang am Freitagabend

Beim Empfang am Freitagabend waren allerdings zwei Dinge diesmal doch unterschiedlich. So erwartete uns im Foyer ein originalgetreuer Nachbau des Schachtischs vom WM-Kampf 1894 zwischen Emanuel Lasker und Wilhelm Steinitz. Damals begründete Lasker seine einzigartige Dynastie als Weltmeister über 27 (!) Jahre von 1894-1921 – das wird ihm wohl niemand mehr nachmachen. Den durchaus platzheischenden Tisch samt erläuternder Stellwand hatte die in jeder Hinsicht verdienstvolle Emanuel Lasker Gesellschaft (ELG) mit ihrem äußerst rührigen Vorsitzenden Thomas Weischede zur Verfügung gestellt, der Berliner Neurologe Gunnar Riemer, ein ähnlicher Weltenbürger wie Lasker und Gott sei Dank von deutlich kräftigerer Statur als dieser, brachte ihn nach Bad Homburg. Und so konnten die Ärzte sich während des Turniers vom „genius loci“ dieses berühmten Schachtischs Inspiration holen.

DIAGRAMM 1

(wKb1, Dh2, Tf6, Ba3, b2, c2, h7;

sKc5, Dd7, Te7, Sh8, Ba6, b7, c4, d5)

Beispielsweise von Laskers Gewinnführung als Weißer am Zug in der 7. Partie in New York, in der sich Steinitz mit der „Steinitz-Verteidigung“ in der Spanischen Eröffnung (1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 d6) verteidigt hatte. Wie ging es weiter?

(Lösungen jeweils am Ende des Berichts)

Als Botschafterin der ELG richtete Anna Endreß einige Worte an die Ärzte: „Wir freuen uns sehr, dass dieses Turnier – wohl die „Mutter“ aller Berufsmeisterschaften – bereits zum 34. Mal in einem so hervorragenden Rahmen stattfindet…Emanuel Lasker sagte einmal: ‚Auf dem Schachbrett der Meister gelten Lüge und Heuchelei nicht lange. Denn auf dem Schachbrett wird alles sichtbar. Jeder Fehler zeigt sich und wird bestraft‘…Genau darin kann auch eine Parallele zur Medizin gesehen werden – mit einem entscheidenden Unterschied: Im Schach geht es um eine verlorene Partie, in der Medizin um wesentlich mehr.“

Freilich soll man hierbei nicht vergessen, dass Laskers großer Rivale, und neben ihm der stärkste Spieler der Welt vor über hundert Jahren, Dr. Siegbert Tarrasch war – der berühmte Vorfahre der schachspielenden Ärzte. „Praeceptor Germaniae“ oder Lehrmeister Deutschlands wurde er wegen seiner markanten Lehrsätze, die nicht zuletzt den Vorkämpfer des deutschen Nachkriegsschachs, Wolfgang Unzicker, prägten, auch genannt.

Abschied von Manfred und Monika Mädler

Noch etwas war neu an diesem Abend. Der inzwischen 91-jährige Manfred Mädler und seine Frau Monika woll(t)en nicht mehr die Strapaze auf sich nehmen, eine Unmenge an Büchern und anderem, was ein Schachherz erfreuen kann, aus ihrer verwunschenen Schachvilla, einem wahren Museum, in Dresden ins Auto zu packen und nach Bad Homburg zu bringen. Zum großen Bedauern der Ärzte. Fortan erfahren die Ärzte nichts mehr aus erster Hand vom mit Schachproblemen bedruckten Klopapier, das zuerst der geistigen Ertüchtigung dient, um dann einer anderen Bestimmung zugeführt zu werden. Sie erfahren nichts mehr von Emil Josef Diemer (1908-1990), einem hageren, hochgewachsenen Mann mit weißem Bart. Der „Prophet von Muggensturm“ bescherte der Welt das Blackmar-Diemer-Gambit mit den Anfangszügen 1.d4 d5 2.e4 und wollte just diese Welt mit seinen herrlichen Mattkombinationen besser machen. An seinem Todestag am 10. Oktober pilgerten glühende Anhänger noch jahrelang nachts mit Fackeln an sein Grab und skandierten dort: „d4 – d5 – e4, Josef, wir sind bei dir!“

Freilich wird es nun wohl auch das mittelalterliche Werk „Der Arzt im Schachspiel“ des Dominikanermönchs Jakobus de Cessolis nicht mehr geben, vielleicht aber noch „So darfst Du nicht Schach spielen“ von Snosko-Borowski – das kann man gar nicht genug verinnerlichen!

Chess Tigers übernehmen Buchstand

In jedem Fall waren die Ärzte erfreut, dass mit dem Internationalen Meister Jonathan Carlstedt und den „Chess Tigers“ ein kompetenter Nachfolger gefunden wurde. Neben vor allem Sven Noppes und dessen Familie und treuen Helfern darf er sich den Riesenerfolg des wohl größten Schachturniers der Welt, das Grenke Chess Festival in der Karlsruher Schwarzwaldhalle, auf seine Fahne schreiben. Auch einige Ärzte waren über die Osterfeiertage, also kurz vorm Ärzteschachturnier, unter den über 3.600 (!) Teilnehmern, welches im „Freestyle-Schach“ alias „Fischer-Schach“ alias „Schach 960“ (bei dem die Stellung der Figuren auf der Grundreihe jeweils ausgelost wird – mit so insgesamt 960 Möglichkeiten) höchst erfreulich „unser“ Vincent Keymer vor Magnus Carlsen gewann. Wer will schon ernsthaft bezweifeln, dass der Augenarzt Dr. Hans-Joachim alias „Isi“ Hofstetter aus Bad Kissingen dort einiges an Inspiration aufsaugte und so, durchaus überraschend, zu seinem ersten Titel beim Deutschen Ärzteschachturnier stürmte?!

Blitzturnier und Simultanvorstellung

Doch noch war es nicht so weit, nach dem Buffet standen erst einmal, wie immer, das Blitzturnier und die Simultanvorstellung an.

Das Blitzturnier gewann der aus Albanien stammende Jungarzt und „Himmelsstürmer“ Dr. Ted Shpati mit unglaublichen 9 aus 9 und erinnerte unwillkürlich an seinen Landsmann Prof. Dr. Luca Shytaj, Schachgroßmeister und renommierter Molekularbiologe in Personalunion, der jetzt eine HIV-Forschungsgruppe im englischen Bristol leitet und vor ein paar Jahren beim Ärzteturnier simultan spielte.

Nach Dr. Shpati kamen etliche der „üblichen Verdächtigen“ (siehe Tabelle) ein, auffallend war freilich, dass sich zum Fide-Meister Dr. Amir Rezazadeh auch noch dessen ebenfalls aus dem Iran stammender Bruder (und Zahnarzt!) Dr. Mohammad Rezazadeh gesellte (über die beiden will ich in einer späteren Spalte im ZEITmagazin noch schreiben).

Beim Simultan musste ich gegen 18 Kollegen antreten, wobei Dr. Ulrich Fincke (ein treuer Begleiter bei politischen und Umwelt-Demos in München), Dr. Michael Kirchhoff und Dr. Herbert Körner mir ein Remis abknöpften. Letzterer war dieses Mal Gott sei Dank gnädiger, nachdem er mich vor Jahren einmal ziemlich massakriert hatte.

Diagramm 2

(wKg1, Dd1, Ta1, Tf1, Le3, Sf3, Bb3, d5, f2, g2, h2;

sKg8, De7, Ta8, Tf8, Lc5, Sb6, Ba6, b7, f7, g7, h6)

Mit welcher „petite combinaison“ konnte ich als Weißer am Zug gegen Dr. Gunnar Riemer in entscheidenden Vorteil kommen? (Lösung am Ende).

Deutsches Ärzteschachturnier

Die Hauptkampftage waren freilich wie jedes Jahr der Samstag und Sonntag mit insgesamt neun Schnellschachpartien mit einer Bedenkzeit von 25 Minuten plus 5 Sekunden Bonus pro Zug.

Wie schon erwähnt, war „Isi“ Hofstetter diesmal mit seinem geistigen Input aus dem Grenke Chess Festival schier unwiderstehlich. Etliche Deutsche Ärzteschachmeister aus den vergangenen Jahren mussten sich nolens-volens hinter ihm einreihen (siehe auch hier wieder die Tabelle). Natürlich gab es neben herrlichen Kombinationen mitunter grobe Böcke, auch bei den Ärzten gilt nicht nur in ihrem ureigenen Metier: „Errare humanum est.“ Manches – notabene die Kombinationen, nicht die Böcke – werde ich in künftigen Spalten im ZEITmagazin aufgreifen.

Doch einige Appetithappen schon einmal hier.

Diagramm 3

(wKh2, Dh5, Th7, Lh3, Lh6, Sh4, Ba3, b2, c3, d4, e5;

sKh8, Df8, Ta8, Lc8, Ba4, b3, c4, d5, e6)

Haben Sie eine solche Aufreihung von Figuren auf der h-Linie wie hier beim Radiologen Dr. Kurt Baum schon einmal gesehen? Verständlicherweise gab Schwarz an dieser Stelle auf.

(Hier bitte auch das Foto, welches ich mit getrennter E-Mail schicke).

Nun aber noch einige Beispiele zum Tüfteln.

Diagramm 4

(wKa2, De2, Te1, Sd2, Sg4, Ba3, b2, f4, g3;

sKg8, Df5, Ta6, Lg7, Sd7, Bb4, c4, d5, e6)

Wie gewann der Zahnarzt Dr. Mohammad Rezazadeh in hoher beiderseitiger Zeitnot als Schwarzer am Zug gegen Dr. Markus Klotz?

Der Bruder des Fide-Meisters Dr. Amir Rezazadeh, der das Ärzteturnier vor zwei Jahren gewonnen hat, verriet mir noch, dass bei ihm nach längerer Pause die Liebe zum Schach durch das „Fischer Schach“ alias „Schach 960“ wieder entfacht worden sei. Und obendrein, dass Zahnärzte „unkonventionell“ spielen – was auch immer das bedeuten mag. Hauptsache, er betreibt sein zahnärztliches Handwerk konventionell! Freilich erinnert mich dies an meinen leider schon verstorbenen persischen Freund Modjtaba Abtahi, der als Chefarzt der Unfallchirurgie die Genauigkeit und Orthodoxie in Person war, beim Schachspiel aber seiner orientalischen Phantasie keinerlei Zügel anlegte.

Diagramm 5

wKg1, Dd2, Tc1, Te1, Lf1, Sb6, Sc4, Ba5, b2, d5, e4, f2, g2, h2;

sKg8, Dc7, Tb4, Te8, Lb5, Lg7, Sd7, Ba6, c5, e5, e7, f7, g6, h7)

Wie kam hier Dr. Stephan Bender als Weißer am Zug gegen Dr. Wolfgang Kummer in entscheidenden Vorteil?

Diagramm 6

(wKg1, De5, Te8, Bb4, d3, f2, g3, h2;

sKg7, Df6, Tb7, Bb5, d4, f7, h6)

Umgekehrt erfreute sich der Leidtragende des letzten Beispiels, Dr. Wolfgang Kummer, beim Blitzturnier als Weißer am Zug an einer schönen kleinen Kombination gegen Dr. Ralf Schön, der sich als Landarzt unter seinem nicht allzu versteckten Pseudonym Dr. Pulcher (jeder Lateinschüler wird hier hellhörig) in kleinen Schriften viele Gedanken zu seinem ärztlichen Tun, aber auch zu Umweltproblemen macht. Doch wie gewann hier Dr. Kummer?

Während all die großen und kleinen Schlachten im großen Saal bei andächtiger Stille geschlagen wurden, ging es im Foyer rund um Laskers WM-Tisch zuweilen lebhafter zu.

Der ehemalige stellvertretende Chefredakteur des Deutschen Ärzteblatts und Begründer der Deutschen Ärzteschachmeisterschaft, Josef Maus, dem ich in den Anfängen helfen durfte, das Turnier aus der Taufe zu heben, war mit Kind und Kegel gekommen. Sprich mit Frau Hilla, den Töchtern Katharina und Johanna nebst Schwiegersöhnen und, nach letzter Zählung, vier Enkelkindern. Was liegt da näher, als dass sich die Enkel bäuchlings auf dem Boden ausbreiten und, mit etwas Assistenz durch ihre Väter, Schach spielen. Soweit ich es verfolgen konnte, noch um einiges unkonventioneller als dies Zahnärzte zu tun pflegen. Aber grad schön war’s!

Epilog

Jeder Teilnehmer erhielt schon zur Begrüßung schöne Sachen aus dem Hause ChessBase. Nicht nur kommen von dieser in Hamburg beheimateten Firma die beliebten Programme Fritz und Fritz & Fertig, sondern auch die weltweit führenden Schachdatenbanken.

Aber natürlich gab es zum Schluss auch noch etliche Preise, für die ersten gar Geldpreise. Der Neurologieprofessor Peter Krauseneck hat dies einmal, vielleicht im Hinblick auf die mageren ärztlichen Gebühren, als wichtig für die Existenzsicherung beschrieben. Die schönsten Preise neben dem mehr oder weniger schnöden Mammon trug freilich Isi Hofstetter nach Hause: zum einen den Jubiläumsturm der ELG, der an Laskers berühmte Opferpartie mit den „schwebenden Türmen“ gegen Pillsbury in St. Petersburg 1896 erinnert, zum anderen eine von unserem Künstlerarzt Dr. Jan Wähner gestaltete, unvergleichliche Statue, bei der sich eine Äskulapschlange um einen (Schach-) König windet. Apropos: Dieses Motiv findet sich auch auf weißen und dunklen T-Shirts, die nicht nur am Buchstand zu erwerben waren (ich stockte dort meinen Vorrat auf), sondern auch bei „MedChess“ bestellt werden können. Und dafür ist als 1. Vorsitzender künftig der Gastroenterologe Dr. Wähner verantwortlich, dem dann der bisherige 1. Vorsitzende Prof. Krauseneck assistieren wird.

Doch wie ich einst vom Pallottinermönch Alois lernte: Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei! Und wie am Ende einer Partie die Figuren in die Schachtel wandern, so werden sie auch wieder für ein neues Spiel hervorgeholt. Und wie ein Ärzteschachturnier zu Ende geht, so kündigt sich das nächste und bereits 35. an: wieder in Bad Homburg und wahrscheinlich vom 9. – 11. April 2027.

Drei Triumvirate und ein Triummulierat

Wie unser „Chronist“ Dr. Branko Spasojevic festhielt, haben bisher 765 Ärzte und Ärztinnen an 33 Turnieren teilgenommen und davon drei sogar an allen: Prof. Dr. Peter Krauseneck (der das Turnier schon zwei Mal gewann), Dr. Martin Schaefer und Dr. Branko Spasojevic. Das ist wie bei den zehn kleinen Negerlein – mal schauen, wie lange dieses „Triumvirat“ noch durchhält. Dr. Schaefer reklamierte jedenfalls zurecht, dass ein „Sitzfleisch-Orden“ verliehen werden sollte. Übrigens ist der Kardiologe Dr. Patrick Stiller, der sich immer geduldig meine Herz-Wehwehchen anhört, schon fünf Mal Ärztemeister gewesen – wie ich jetzt von Branko weiß.

Es war eine Freude zum guten Schluss zu beobachten, wie von unserem „Triummulierat“ (Gott sei Dank gibt es nicht nur Triumvirate) Dr. Irina Matthiesen, Dr. Andrea Huppertz und Dr. Anna Küßner-Brochhagen, die sich einmal mehr prächtig gegen die Männerübermacht behaupteten, letztere sich mit freudestrahlendem Gesicht schon aufs nächste Turnier 2027 freute und die Tage bis dahin zu zählen begann. Das war ganz anders als einst bei der Bundeswehr, als man die noch abzuleistenden Tage durchstrich.

Natürlich muss ich bei all dem auch unser „badisches Triumvirat“ Jürgen Damman, Alexander Krauth und Reinhold Faißt in den höchsten Tönen loben, die die Ärzteturniere als Organisatoren und Schiedsrichter von Anfang an begleiteten und wesentlich zu deren familiärer Atmosphäre beitragen. Drei Glücksfälle!

Unwillkürlich kommt da bei mir der Gedanke an noch ein „Triumvirat“ auf: Als der 90-jährige Dr. Reichel, der 91-jährige Dr. Faulhaber und der 92-jährige Dr. Schütz gemeinsam teilnahmen und zum Schluss Dr. Faulhaber (der einst sogar als Linksaußen beim 1. FC Nürnberg in der ersten Mannschaft spielte) seinen Stock zum Himmel reckte und ausrief: „Wenn der Herrgott mich nicht zu sich ruft, bin ich nächstes Jahr wieder dabei!“

An diesem 90-er Revival arbeiten wir!

Helmut Pfleger

Lösungen:

Diagramm 1

Lasker als Weißer gewann mit 1.Dg1+! d4 2.Dg5+ Dd5 3.Tf5 Dxf5 4.Dxf5+ Kd6 5.Df6+.

Diagramm 2

Als Weißer gewann ich mit 1.d6! Das unterbricht die Verbindung von schwarzer Dame und Läufer, z.B. 1…Dd8 2.Lxc5 – sowohl nach 1…Dxd6 2.Dxd6 Lxd6 3.Lxb6 als auch direkt nach 1…Lxd6 2.Lxb6 fällt der schwarze Springer.

Diagramm 4

Weiß gab nach 1…Dc2! mit den schrecklichen Drohungen 2…Dxb2 matt oder 2…Txa3 matt oder 2…b3+ auf.

Allerdings wäre auch direkt 1…Txa3+! 2.bxa3 Dc2 matt nicht von schlechten Eltern gewesen.

Diagramm 5

Nach dem starken Bauernvorstoß 1.d6!, der das Feld d5 für die Springergabel freiräumt,war Schwarz verloren, so verlöre beispielsweise 1…exd6 2.Sd5 nebst 3.Sxb4. Schwarz versuchte noch 1…Dc6, gab aber nach 2.Sd5! Ta4 3.Sxe7+ auf.

Diagramm 6

Nach 1.Tg8+! gab Schwarz auf – nach der erzwungenen Annahme des Turmopfers mit 1…Kxg8 fällt durch 2.Dxf6 seine Dame.